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Dienstag, 16. juni 2009

Wie ich schon vor der vergangenen Saison geschrieben habe (Die neue Regionalliga - Langeweile in Reinkultur ), entwickelte sich die neue Regionalliga zu einem wahren Flop, der an Langeweile kaum zu überbieten war. Nächste Saison wird dies nicht anders - im Gegenteil. Sage und schreibe 21 zweite Mannschaften von Profivereinen werden sich in der kommenden Saison auf die drei Regionalligen verteilen. Meine Lilien werden in ihrer Liga alleine auf 7 dieser Vertreter treffen. Das sind Spiele, die für Zuschauer kaum attraktiv sind. Ebenso werden diese Teams kaum eigene Fans mitbringen. Zu allem Überfluss wurde Waldhof Mannheim in die West-Staffel eingruppiert, die damit wohl die attraktivste Liga sein wird (Trier, Saarbrücken, Worms, Mannheim, Essen und Münster). Dafür wird es dann in der Südstaffel kein attraktives Derby mehr geben bzw. nur noch die Begegnungen Kassel vs. Darmstadt, Stuttgarter Kickers vs. Kassel und Darmstadt vs. Stuttgarter Kickers, die ein wenig attraktiver sind und eine Huldigung an die 80er Jahre bedeuten.

 

Aus meiner Sicht ist die Zukunft der Regionalliga mehr als fraglich. Eine Möglichkeit wäre aus den drei Ligen nur noch zwei zu machen oder, was das beste wäre, den zweiten Mannschaften endlich einen eigenen Ligenbetrieb zu geben, wie es in England schon ewig der Fall ist. Schlussendlich hat die Ligenreform bisher nur Vereine ruiniert oder in finanzielle Grenzbereiche gebracht, die sie nicht stemmen konnten  (Emden, Aschaffenburg, Großbardorf u.a.). Dazu brechen die kargen TV-Gelder für die Regionalliga in der kommenden Saison nochmal ein, so dass für manches Team der Verbleib in der fünften Liga durchaus attraktiver ist. Dieser Entwicklung muss sich der DFB entgegenstellen, sonst wird dies noch ein trauriges Ende für viele weitere Vereine geben...

von PWAustin316 - veröffentlicht in: Regionalliga - Community: Sport
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Montag, 25. august 2008
Ich lasse diese Eindrücke von Waldhof-Fans mal unkommentiert stehen:

"Es fuhren ca. 4-500 Leute mit dem Sonderzug. Nachdem uns die Herren der grünen Fraktion nach ca. 1stündigem Palaver und martialem Gehabe und Auftreten endlich etwas zu trinken, essen oder Zigaretten kaufen liessen, fuhren wir gegen 18 Uhr endlich ab in Richtung Heimat. Kurz vor der Ankunft in Mannheim, wo sich eigentlich schon jeder auf sein Bett, ein Bierchen oder was zu essen freute, stoppte der Sonderzug im Industriegebiet Mannheim-Käfertal. Nach einem Blick aus dem Fenster, dachte ich, ich wär in einem schlechten Film. Hunderte von Polizisten in kompletter Ausrüstung, Grills und Zelte aufgestellt, standen auf dem Bahnsteig. Nun kam auch schon die Durchsage, dass der Zug hier endet. Mitten in der Pampa. Nach ungläubigem Kopfschütteln, stiegen wir aus dem Zug und wurden sogleich von den grünen Männlein durch die Gegend gestossen und in Richtung Unterführung getrennt. Keiner wusste eigentlich, was los ist. Auch die Polizisten, die uns im Zug begleiteten, guckten nur blöd aus der Wäsche und hatten keine Ahnung. Nachdem ca.4-500 Personen (Frauen, Kids inbegriffen) in die Gleisunterführung gedrängt wurden, bekam man dann langsam mit, dass jede Person einzeln abgeführt wird, Personalien überprüft und ein Foto geschossen wird. Von jedem Einzelnen. So wurde schliesslich eine Gruppe von mehreren hundert Personen fast 2 Stunden in dieser Unterführung festgehalten, durfte nicht vorwärts und nicht rückwärts. Rechtlich gesehen, ist hier schon Freiheitsberaubung angesagt. Frauen, die auf die Toilette mussten, bekamen wortwörtlich gesagt: "Da habt ihr halt Pech gehabt." Streng genommen, wären diese Frauen gezwungen gewesen in die Hose zu urinieren, wenn es nicht mehr anders gegangen wäre. Ich denke, das hat dann auch was mit Menschenwürde und unserem Grundgesetz zu tun. Man kam sich vor, wie an der Verladerampe eines KZ. Sorry für diese harten Worte. Aber es war so. Es wurden keine Gewalttäter oder sonstige Personen herausgezogen und festgenommen. Hier wurden grundsätzlich alle Waldhof-Fans. Egal ob friedlich oder nicht. Egal ob Frau, Mann in Geiselhaft der Mannheimer Polizei genommen. Unser Fanbeauftragter versuchte unseren Präsi zu erreichen, der allerdings nicht zu erreichen war. Inzwischen war auch das RNF eingetroffen, das allerdings keine Interviews mit betroffenen Fans führte und auch nicht filmte was in der Unterführung los war. Was das für ein Bericht wird, kann man sich ja wieder denken. Darüber soll sich jeder selbst seine Gedanken machen. Aber für mich ist eines klar. Wenn der Verein nichts gegen diese unverhältnismäßge Aktion der Polizei (die nichts anderes als eine Retourkutsche für das 60Spiel war) unternimmt oder zumindest öffentlich protestiert, war das nach 25 Jahren mein letztes Spiel beim SV Waldhof."

"Einige Leute haben es ganz gut auf den Punkt gebracht. Das Argument "Warum müssen immer wieder welche durchdrehen" und "Schuld sind die, die Randale machen" hat ausgedient. Nach den Provokationen und Schikanen des gestrigen Tages kann mit demjenigen etwas nicht stimmen, der keinen Hass auf die Polizei verspürt.  Wenn von Anfang an nur Gewalt geschürt werden soll, wenn scharfe Kampftrupps nur darauf abgerichtet sind, die Lage eskalieren zu lassen, dann braucht sich keiner wundern, wenn selbst die friedlichsten Menschen irgendwann durchdrehen.Ich für meinen Teil bin sicher alles andere als ein Gewalttäter und möchte EINFACH NUR meine Mannschaft spielen sehen. Wenn aber der Fußball derart in den Hintergrund rückt und man von morgens bis abends wie ein Schwerverbrecher behandelt wird und sich dermaßen scheiße fühlt wenn man nach hause kommt obwohl man die Niederlage fast schon wieder vergessen hat vor lauter theater danach, dann dreht man halt irgendwann durch. Ich meine, ich muss euch nicht erzählen, was auf den Straßen los ist, gerade in Sachen Jugend-und Ausländerkriminalität. Ich muss euch nicht erzählen, wieviele Perverse und Pädophile sich da draußen rumtreiben. Aber die Polizei hat an einem Samstagabend nichts besseres zu tun, als zu Hunderten in voller Kampfmontur auf (zu 99 Prozent) unbescholtene Fußballfans zu warten? Ganz zu schweigen von der vollkommen surrealen Eskorte vom Kasseler Hauptbahnhof zum Stadion. So etwas kannte ich bisher nur aus Hollywoodfilmen oder von Staatsbesuchen hochrangiger Politiker.  Unvergessen die Mienen der Autofahrer an den Kasseler Kreuzungen, die dort eine halbe Ewigkeit von der Polizei aufgehalten worden sein müssen. Was denkt ein Unbeteiligter, wenn er so etwas sieht? Einige haben uns ja auch mit entsprechenden Gesten zu verstehen gegeben, was sie von uns halten. Eine Reaktion, die unseren "Begleitern" sicher nicht ungelegen kam, ich behaupte sogar, die gewünscht war. Selbst dem überzeugtesten Vertreter der "Die Idioten unter uns sind immer schuld"-Fraktion dürften gestern verstanden haben, wer hier die eigentlichen Gewalttäter sind. Ich habe die Vorfälle von Käfertal einem hochgebildeten Menschen dargelegt, der mit Fußball wenig am Hut hat-er bezeichnete das Vorgehen der Polizei ungefragt als "Nazi-Methoden". Und wer auf wehrlose, eingezäunte Menschen mit Reizgas losgeht und dabei kaugummikauend und breitgrinsend unter seinem Helm hervorschielt, der ist definitiv auf Gewalt aus. Das Vorgehen gestern hatte mit der eigentlichen Aufgabe der Polizei bei solchen Ereignissen, nämlich der Gewährleistung der Sicherheit während des Spiels, NICHTS zu tun. Hier wurde ganz offensichtlich Krieg gespielt, sollte Macht demonstriert werden. Unsere Freunde von der Beweis und Festnahme Einheit trauern wahrscheinlich noch heute, dass nicht mehr passiert ist, und dass sie nicht noch mehr draufschlagen durften.  Irgendwann hatte mal das schöne Wort "Deeskalation" Konjunktur, aber die Zeiten sind scheinbar vorbei. Das gestern war die reinste Provokation, und es ist mir nicht vorstellbar, wie jemand dabei ruhig bleiben kann. Ich habe mittlerweile das dumme Gefühl, dass uns noch einiges bevorsteht in dieser Saison, und dass all das ganz bewusst heraufbeschworen wurde.  Wir wurden gestern gedemütig von morgens bis abends. Dazu erlaube ich mir den Vorwurf der Körperverletzung, den grundlos und willkürlich aus nächster Nähe Reizgas in Gesichter Unbeteiligter zu sprühen, dazu fällt mir keine andere Bezeichnung ein. Eine dreiste Lüge auch die Behauptung, die Aktion sei nötig, weil in Kassel Sachbeschädigungen vorlagen und man Beweismaterial vergleichen müsste.
1. Wieso hat man die entsprechenden Leute nicht vor Ort aus dem Verkehr gezogen?
2. Wie stellt man spontan innerhalb von 3 Stunden Hundertschaften von .... in Kampfmontur zusammen und installiert am Käfertaler Bahnhof ein Militärzelt sowie Viedo und Fotoausrüstung?
Außerdem: Wieso ist davon die Rede, dass das REIN ZUFÄLLIG die gleichen Polizisten wie nachmittags beim Bundesligaspiel waren? Also, wer das nicht sieht, dem ist nicht zu helfen: Das gestern Abend war eine lange im Voraus geplante Aktion, mit dem Ziel eine Kartei mit Gesichtern und Namen möglichst vieler Waldhoffans zu erstellen, um sie in Zukunft möglichst schnell zuordnen und besser überwachen zu können.  Gestern hat die NSDAP mit der SED koaliert, ein beängstigender Zustand. Wenn ich irgendetwas Positives daran finden kann, dann dass ich dass Gefühl habe, dass die momentanen Ereignisse eine gewisse Solidarität heraufbeschwören (abgesehen von einigen Dummschwätzern hier im Forum, die das Maul aufreißen, ohne selbst dabei gewesen zu sein) und eine "Jetzt-erst-recht-Stimmung" erzeugen. In diesem Sinne: Gemeinsam für den SVW-gemeinsam gegen Polizeiwillkür-gemeinsam gegen Gewalt (und zwar Gewalt von allen Seiten)."

Stellungnahme der Polizei:

"Nachdem es am Samstag Nachmittag während und nach dem Fußball-Regionalligaspiel KSV Hessen Kassel - SV Waldhof Mannheim zur Begehung von Straftaten gekommen war bat die Kasseler Einsatzleitung der Polizei ihre Mannheimer Kollegen um Unterstützung bei den Ermittlungen und Identifizierung der Straftäter. (Nähere Informationen zu den Vorfällen in Kassel erteilt die Pressestelle des Polizeipräsidiums Nordhessen in Kassel)

Die Gesuchten hatten während und nach Randale und Sachbeschädigungen Schutz in der Anonymität der mit einem Sonderzug von Kassel nach Mannheim heimreisenden Waldhof-Anhänger gefunden. Die Mannheimer Polizei unter Einsatzleiter Michael Müller zog hierauf starke Polizeikräfte am Bahnhof Mannheim-Käfertal zusammen und brachte den Sonderzug dort kurz vor 22.00 Uhr zum Stehen.

Die Fahrgäste des Sonderzuges, bei denen es sich ausschließlich um Heimkehrer vom Fußballspiel handelte, wurden in der Zeit zwischen 22.00 Uhr und 24.00 Uhr zum Zwecke der Identitätsfeststellung festgehalten. Dabei wurden Frauen und Minderjährigen Gelegenheit gegeben, vorrangig überprüft zu werden. Wer polizeilich erfasst war, konnte sich sofort vom Kontrollort entfernen, wobei das Angebot bestand, mit eigens eingesetzten Bussen weiter zum Hauptbahnhof Mannheim transportiert zu werden.

Insgesamt wurden auf diese Weise 389 Personen überprüft. Ihre bei der Kontrolle aufgenommenen Daten werden nun an die Kasseler Ermittlungsbehörden weitergeleitet und sollen mit den dort vorhandenen Beweisaufnahmen abgeglichen werden. Auf diese Weise hofft die Polizei auch, die Krawallmacher und Straftäter aus ihrer Anonymität herauslösen zu können und ein Zeichen für jene zu setzen, die sich am Rande von Fußballspielen des SV Waldhof Mannheim in einem rechtsfreien Raum glauben bewegen zu können. Polizeidirektor Thomas Köber, der sich in Vertretung des Mannheimer Polizeipräsidenten am Kontrollort in Käfertal ein persönliches Bild machte, sprach den eingesetzten Beamten, die zuvor bereits am gleichen Tage in den Einsatz beim gewaltfreien Bundesliga-Fußballspiel im Carl-Benz-Stadion in Mannheim eingesetzt waren, seine Anerkennung für ihr besonderes Engagement aus. Durch ein ebenso professionelles wie zugleich besonnenes Auftreten konnte der Einsatz weitestgehend störungsfrei durchgeführt werden.

Holger Ohm Presse- und Öffentlichkeitsarbeit"

von PWAustin316 - veröffentlicht in: Regionalliga - Community: Alltagswahnsinn
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Mittwoch, 13. august 2008

Eigentlich hatte ich ja vor noch eine Vorschau auf die Regionalliga Süd zu schreiben, was ich mir aber schlichtweg erspare. Das liegt vor allem daran, dass diese Liga, ebenso wie die anderen Regionalligen, eine Wundertüte ist und noch niemand so recht Favoriten und Abstiegskandidaten ausmachen kann.

Die Attraktivität der neuen Ligen geht allerdings gegen null. Sicherlich wird das ein oder andere Derby im Norden, Süden und Westen sehr interessant werden, allerdings ist die große Anzahl der Zweitvertretungen von Profimannschaften aus meiner Sicht dauerhaft der Sargnagel für diese Liga, aber auch die 3. Bundesliga. Zumal Chancengleichheit durch diese Vereine ja in keiner Form gegeben ist. Die Bedingungen unter denen diese Vereine arbeiten können, ist eine ganz Andere und auch der finanzielle Hintergrund ist schlussendlich nicht vergleichbar. Aus meiner Sicht stellt dies eine ganz klare Wettbewerbsverzerrung dar, die nur durch die Schaffung eigener Ligen für die Zweitvertretungen aufgehoben werden kann. Sollte das nicht passieren, wird sowohl für Sponsoren, als auch für das Fernsehen, die ja schlussendlich auch sponsern, aber eben auch eine Plattform für die Vereine schaffen, die Liga mehr als unattraktiv. Ich hoffe, dass der Verband auf diese potentielle Gefahr in den nächsten Jahren reagieren wird. Dafür ist aber die Lobby für diese zweiten Mannschaften zu groß bzw. die Einflussnahme von Dortmund, Bayern und ähnlichen Kalibern kaum zu brechen.

von PWAustin316 - veröffentlicht in: Regionalliga - Community: Sport
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  • lilienfan316
  • : männlich
  • : Darmstadt
  • : Ich bin 26 Jahre alt, gebürtig und lebend in Südhessen. Dieses Projekt dient der Verarbeitung des ganzen Fiaskos, das hierzulande abläuft, mit der Hoffnung damit Menschen zum Nachdenken zu bringen.

Über diesen Blog

  • : Larger than Life
  • : In meinem Blog widme ich mich zum einem sportlichen Themen. Wrestling und Fußball werden dabei im Zentrum stehen. Ebenso behandle ich aber auch gesellschaftliche Themen. Von Politik, die uns "kleinen Leute" quält und unsagbar dumm und berechnend ist, über Quotennutten, die unser Fernsehprogramm verseuchen, bis hin zu Kinofilmen oder Büchern, wird jedes für mich relevante Thema behandelt werden. Warum "Larger than Life"? Es ist eine Referenz an den König des Sports, das Professional […]

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