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Samstag, 28. juni 2008

Der SV Darmstadt 98 wurde am 22. Mai von der Familie Ensgraber gegründet. Gründungsort ist der Schlossgartenplatz im Martinsviertel, einer der schönsten Wohngegenden in Darmstadt. Wie viele Vereine zu dieser Zeit, so hieß auch der SV 98 zu dieser Zeit anders. Durch Fusionen mit anderen Vereinen entstand im November 1919 schlussendlich der SV Darmstadt 98. Die Wurzeln gehen aber auf 1898 zurück.

Das Stadion am Böllenfalltor entstand schon 1921 mit 8.000 Plätzen und wurde dem Erfolg angepasst peu a peu auf 32.000 Plätze ausgebaut. Heutzutage dürfen aus Sicherheitsgründen allerdings nur noch 19.000 Zuschauer ins Stadion. Eine Sanierung bzw. ein Neubau wird zu jedem Wahlkampf versprochen. Die Stadt, die seit Ende der 1980er Eigentümer des Stadions ist, wird mittelfristig aber nicht um entsprechende Maßnahmen rumkommen. Zumal der Verein mittelfristig auch einen Aufstieg in die 3. Bundesliga anstrebt. Da werden Auflagen auf den Verein zukommen bzw. auf den Stadionbetreiber, die eines Umbaus bedürfen.

Der erste große Erfolg glückte den Lilien im Jahre 1950. In dieser Saison stiegen die 98er in die Oberliga Süd auf. Dort waren sie zwar nur ein Jahr Mitglied, allerdings stellte diese Klasse damals die höchste deutsche Spielklasse dar. Der SV 98 war also zu dieser Zeit das erste Mal erstklassig. Mit 54:86 Toren und 25-43 Punkten landete man 3 Punkte hinter dem SV Waldhof Mannheim auf einem Abstiegsplatz. Kleine Randbemerkung: Damit die Lilien in die dann erfolgreich gestaltete Aufstiegsrunde zur Oberliga Süd überhaupt kommen konnten, wurde Viktoria Aschaffenburg am heimischen Böllenfalltor vor 12.000 Zuschauern mit 3:2 besiegt. Dies ist aus meiner Sicht insofern etwas besonderes, als dass die Viktoria zu dieser Zeit, sprich zwischen 1950 und 1960 desöfteren in der höchsten deutschen Spielklasse zu finden waren ( Deutsche Traditionsvereine Teil 1 - Viktoria Aschaffenburg ).

Seit Ende der 60er gehörte der Verein schließlich bis zum Jahre 1993 kontinuierlich der zweithöchsten deutschen Spielklasse an, zwischenzeitlich gar der Bundesliga (Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre). Die große Zeit der 98er dürfte in den 70er Jahren zu sehen sein. 1973 wurden die Lilien süddeutscher Meister und verpassten nur knapp in der Relegation den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Zudem schlugen sie in dieser Zeit ihren großen süddeutschen Rivalen, den 1. FC Nürnberg, mit 7:0. Die Aufstiegssaison 1977/78 wurde mit einer Serie von 33:5 Punkten in der Rückrunde auf Tabellenplatz 1 beendet. Mit 58:18 Punkten standen die Lilien 5 Punkte vor dem Cluberern und 9 Punkte vor dem FC Homburg. Die Torebilanz war mit 90:43 Toren sehr beeindruckend. Trotz einem spielerisch sehr überzeugenden Bundesliga-Jahr, stiegen die Lilien als Tabellenletzter wieder ab. Problem: Die Spieler waren nur Halbprofis und somit bis zum Nachmittag in ihren Berufen tätig und dann als Bundesligafußballer im Training. Ein Konzept, das kaum anders zu bewerkstelligen war, schlussendlich dem Team aber das Genick brach. In der Saison 1980/81 glückte ein weiteres Mal der Aufstieg ins Oberhaus. Die Lilien postwendend wieder ab und standen vor finanziellen Problemen. Schon 1977 war der Schuldenstand bei 1,4 Millionen Mark. In der Saison 1982/83 schließlich rüstete der Verein zum Ziel Wiederaufstieg noch mal richtig auf. Mit Ludek Macela und Zdenek Nahoda (Europameister 1976) wurden zwei Nationalspieler der CSSR verpflichtet. Schlussendlich gelang der Wiederaufstieg allerdings nicht und die finanziellen Sorgen wurden durch die Verpflichtungen nicht gerade kleiner.

Die Saison 1987/88 sollte dem Verein dann aber für lange Zeit endgültig das Gebick brechen. Nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber dem FC St.Pauli erreichten die Lilien Platz 3 in der Tabelle. Damals bedeutete dies (übrigens auch wieder nächste Saison): Relegationsspiele. Der 3. der zweiten Liga, traf auf den 16. der Bundesliga. SV Darmstadt 98 vs. Waldhof Mannheim hieß es in drei Parteien, die durch ein Elfmeterschießen entschieden werden mussten. Die Spiele wurden damals allesamt von Sat.1 übertragen. Im ersten Spiel am Böllenfalltor lagen die Lilien schon 0:2 zurück, drehten das Spiel aber noch auf ein 3:2. Da Entscheidunggspiel fand in Saarbrücken statt. Diese sehr erfolgreiche Saison bedeutete allerdings finanziell einen Genickbruch, da sich der Schuldenstand anhäufte, das Stadion verkauft werden musste und der Verein Anfang der 90er ein Sanierungsfall war, der von Walter Grimm, der grauen Eminenz, und Uwe Wiesinger, wieder finanziell auf Kurs gebracht wurde. Dies büßte man allerdings mit Platz 24 in der 46 Spiele umfassenden Mammut-Saison 1992/93 und somit dem Abstieg in die damals dritthöchste deutsche Spielklasse, der Oberliga Hessen. Seit diesem Zeitpunkt befinden sich die Lilien nur noch in den Niederungen des Amateurfussballs und pendelten ab Ende der 90er gar zwischen Regionalliga Süd und der Oberliga Hessen. Höhepunkte in der Zeit waren drei Derby-Siege bei Kickers Offenbach, das Erreichen des Pokalviertelfinales im Jahr 2001 gegen Schalke 04, die drei erfolreichen Jahre unter Bruno Labbadia (ehemalige und bekannteste Lilie), aber auch der direkte Wiederaufstieg aus der Oberliga Hessen 1999.

Trauriger Höhepunkt: Der Abstieg vorletzte Saison, der eine Zerreissprobe für die gesamte Fangemeinschaft darstellte und der Insolvenzantrag, für den das neue Präsidium um Hans Kessler, das im September 2007 antrat und dem Verein eine neue Perspektive schenkte,Verantwortung übernehmen musste. Urheber der Situation war allerdings das alte Präsidium.

Trotz finanziell eh angespannter Lage, konnten Trainer Gerhard Kleppinger (sicherlich die erfolgreichste Lilie nach Bruno Labbadia; unter anderem Olympia-Teilnehmer für das deutsche Team) und Sportdirektor Tom Eilers (ehemaliger Lilien-Torhüter), ein schlagkräftiges Team zur Saison 2007/08 zusammenstellen, das mit Bravur die Qualifikation zur neuen Regionalliga erreichte. Durch diverse Aktionen ist der Verein auch auf gutem Wege die Insolvenz vom Tisch zu bekommen.

Der Verein steht aus meiner Sicht vor einer großen Zukunft. Die Strukturen werden immer professioneller und mit Kleppinger/Eilers hat man ein sportliches Duo, das aus begrenzten Mitteln, eine homogene Truppe zusammenstellen kann.

Zu diesen Erfolgen...

  • Hessenmeister: 1950, 1962, 1964, 1971, 1999, 2004, 2008
  • Süddeutscher Meister: 1973
  • Meister der 2. Bundesliga-Süd, Aufstieg in die 1. Bundesliga: 1978, 1981
  • Hessenpokal-Sieger: 1966, 1999, 2001, 2006, 2007, 2008

...dürften sich dann weitere hinzugesellen...

In diesem Sinne: I`m Darmstadt til I die!

von PWAustin316 - veröffentlicht in: Deutsche Traditionsvereine - Die Serie - Community: Sport
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Dienstag, 22. april 2008
In dieser Serie, die ich hier unregelmäßig, aber mindestens einmal im Monat, veröffentlichen möchte, geht es mir nicht um Traditionsvereine, wie bspw. Schalke oder Dortmund, die heute noch sehr erfolgreich Im Spitzenfußball vertreten sind. Ich werde mich vielmehr auf Vereine konzentrieren, die bspw. in den Oberligen nach dem 2. Weltkrieg ein dauerhafter Bestandteil waren bzw. vielleicht auch in der für mich goldenen Zeit der 2. Liga in den 80er Jahren vertreten waren. Ergo um Vereine, die heute eher in den Amateurklassen zu finden sind bzw. langsam wieder auf aufsteigendem Ast sind, wie bsp. Darmstadt 98, Waldhof Mannheim, Wormatia Worms, Schwarz-Weiß Essen, Rot-Weiß Oberhausen usw. Dem ein oder anderen Verein der ehemaligen DDR werde ich mich dabei ebenso widmen. Die Infos werde ich aus verschiedenen Internetquellen zusammentragen und versuchen ein möglichst interessantes Kurzportrait über den Verein zu verfassen. Beginnen möchte ich, als Dank für den Ideengeber dieser Serie, aber auch weil es der Verein verdient hat, mit Viktoria Aschaffenburg.

Gründung: Viktoria Aschaffenburg wurde 1901 als der FC Aschaffenburg gegründet. Ein Jahr später erfolgte die Gründung des FC Viktoria Aschaffenburg. Diese beiden Vereine fusionierten unter dem Namen des letztgenannten Vereins, bis schließlich 1906 die Namensänderung in SV Viktoria Aschaffenburg 01 erfolgte. Was hier so provinziell daher kommt, war zum damaligen Zeitpunkt Standard in der deutschen Fußballlandschaft. Die meisten Vereine, wie diese Serie zeigen wird, hießen zum offiziellen Gründungsdatum meist anders und die heute bekannten Namen entstanden zumeist aus Namensänderungen durch bspw. Fusionen mit anderen Vereinen. 

Sportliches: Die Sportstätte am Schönbusch, wird seit dem Jahre 1909 genutzt, wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und konnte erst ab dem Jahre 1946 wieder genutzt werden. Das Interessante an der Viktoria ist ja, dass sie als bayerischer Verein derzeit in der Oberliga Hessen spielen. Das geht schon auf die Gründung des hessischen Fußballverbandes im selben Jahre der Wiedereinweihung des Stadions zurück. Damals war die Viktoria Gründungsmitglied dieses Verbands. In erster Linie resultiert dies aus geographischen Gegebenheiten. Aschaffenburg liegt nur einige Kilometer von Hessen entfernt und hat entsprechend günstigere Anfahrten zu den dortigen Gegnern, als dies in Bayern der Fall wäre. Insofern lässt sich die Viktoria als integraler und wichtiger Bestandteil des hessischen Nachkriegsfußballs bis in die heutige Zeit bezeichnen. Negativ für den Verein selbst: Die Medien in Bayern ignorieren ihn und in Hessen ist die mediale Akzeptanz leider auch nicht allzu hoch, was durch die Verpflichtung von Andreas Möller eine kleine Besserung erfahren hat. 
Was heute nicht mehr allzu bekannt ist: Die Viktoria war zwischen 1946 und 1960 insgesamt 10 Jahre in der höchsten deutschen Spielklasse, in ihrem Falle der Oberliga Süd. zugegen.
Nachfolgend die Platzierungen in dieser Spielklasse, sicherlich der erfolgreichsten Zeit des Vereins, im Einzelnen:

1946/47: 13. (von 20 Teams), 68:111 Tore, 33-43 Punkte
1947/48: 17. (von 20 Teams),   46:88 Tore, 25-51 Punkte
1951/52: 11. (von 16 Teams),   45:70 Tore, 28-32 Punkte
1952/53: 12. (von 16 Teams),   59:74 Tore, 28-32 Punkte
1953/54: 16. (von 16 Teams),   44:82 Tore, 20-40 Punkte
1955/56: 5.   (von 16 Teams),  61:45 Tore, 35-25 Punkte
1956/57: 8.   (von 16 Teams),   44:54 Tore, 27-33 Punkte
1957/58: 11. (von 16 Teams),   51:54 Tore, 26-34 Punkte
1958/59 14.  (von 16 Teams),    43:69 Tore, 22-38 Punkte
1959/60: 15. (von 16 Teams),    43:73 Tore, 21-39 Punkte

Bis Anfang der 80er Jahre bewegte sich die Viktoria dann in den Niederungen des deutschen Amateurfußballs. Die Oberliga war da ihre Paradeklasse, die mittlerweile aber Drittklassigkeit bedeutete. Eine Folge der Ligenreform, die zur Saison 1963/64 griff. Einmal gelang es der Viktoria Teil der Regionalliga Süd zu werden  (70/71), was damals der heutigen zweiten Bundesliga entsprach.

In den schon angesprochenen 80er Jahren befand sich die Viktoria insgesamt 3 mal in der zweiten Bundesliga. 1984/85 mussten sie sich in einer Aufstiegsrunde für Diese qualifizieren und setzten sich gegen den SV Sandhausen, den FSV Salmrohr und die SpVgg Bayreuth durch. Dem Unterhaus der Bundesliga gehörten sie dann zwei aufeinanderfolgende Jahre an. 1988 qualifizierten sie sich ebenso wieder für die Aufstiegsrunde und stiegen zusammen mit Mainz 05 in diese Klasse auf, um aber auch direkt wieder in die Oberliga Hessen runterzugehen.

In den darauffolgenden Jahren, konnte man nur noch 1992 an die Tür zur zweiten Liga klopfen und Ende der 90er an die Tür zur Regionalliga. Finanziell war der Verein in dieser Zeit, was bis heute gilt, sehr angeschlagen. Zwischenzeitlich war die Viktoria sogar eine Saison in der 5. Spielklasse (Landesliga Süd) wiederzufinden.

Mit der Verpflichtung von Andreas Möller zu dieser Saison wurden die Weichen aber neu gestellt. Der Name Möller zog wieder mehr Zuschauer ins Stadion und der Vorjahres-Erfolg, der sehr überraschend war (2. Platz), wird voraussichtlich dieses Jahr mit der Erreichung der Qualfikation zur neuen Regionalliga bestätigt werden. Sollte dies auch mit einem entsprechenden Sponsoring einhergehen, dürfte sich die Viktoria dort über die nächsten Jahre etablieren können. Die 3. Bundesliga ist sicherlich derzeit und auch absehbar eine Nummer zu groß für die Aschaffenburger. Eine bedeutende Stellung im süddeutschen Halbprofifußball, könnte der Verein aber wieder einnehmen.

Erwähnenswert ist sicherlich noch, dass die Viktoria bekannte Spieler und heutige Trainergrößen, wie Felix Magath oder auch Rudi Bommer hervorgebracht hat.

Als Fan des SV Darmstadt 98, freue ich mich immer wieder über die Derbys gegen die Viktoria, die einfach schon aufgrund ihres Namens ein lohnenswerter Gegner ist und uns 1998/99 in der Oberliga Hessen einen packenden Meisterschaftskampf geliefert hat.

Dem Verein ist zu wünschen, dass meine positive Prognose eintritt. Eine Bereicherung wäre der Verein allemal...

von PWAustin316 - veröffentlicht in: Deutsche Traditionsvereine - Die Serie - Community: Sport
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  • : Ich bin 26 Jahre alt, gebürtig und lebend in Südhessen. Dieses Projekt dient der Verarbeitung des ganzen Fiaskos, das hierzulande abläuft, mit der Hoffnung damit Menschen zum Nachdenken zu bringen.

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  • : Larger than Life
  • : In meinem Blog widme ich mich zum einem sportlichen Themen. Wrestling und Fußball werden dabei im Zentrum stehen. Ebenso behandle ich aber auch gesellschaftliche Themen. Von Politik, die uns "kleinen Leute" quält und unsagbar dumm und berechnend ist, über Quotennutten, die unser Fernsehprogramm verseuchen, bis hin zu Kinofilmen oder Büchern, wird jedes für mich relevante Thema behandelt werden. Warum "Larger than Life"? Es ist eine Referenz an den König des Sports, das Professional […]

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