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Donnerstag, 21. august 2008

Alleine schon, damit ich von diesen heuchlerischen Debatten verschont bleibe. Es ist doch klar, und wer anderes glaubt ist grenzenlos naiv, dass jeder Top-Athlet bei den olympischen Spielen gedopt ist. Ihnen wird zugejubelt, obwohl Doping in großem Maße verurteilt wird. Wenn dann ein Athlet dann aber überführt wird, will ihn im nachhinein wieder niemand gefeiert haben und man hat es ja eh schon geahnt.

Die Bekämpfung von Doping ist ein sinnfreier Akt, der nur Geld verschleudert. Zumal auch heuchlerisch in einer Gesellschaft, in der Leistung am meisten zählt und sich Manager, Promis, Künstler etc. die Rübe wegkoksen, der Karl-Heinz mit 45 schon zu Viagra greift, um im Swinger-Klub stundenlang mit Uschi, Muschi und Udo rumvögeln zu können oder Oberschichtenmuttis ihre Kinder mit Ritalin vollstopfen. Es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das nicht angegangen wird. Dafür wird der Sport dann aber mal wieder in Geiselhaft genommen, was mehr als ekelhaft ist.  Durch die Freigabe von Doping, das sowieso konsumiert wird, gräbt man den Dealern aus Osteuropa den Markt ab und gesteht endlich ein, dass es keinen sauberen Sport gibt, gab und geben wird. Natürlich bringt Doping Langzeitschäden mit sich. Wenn aber ein 25jähriger Sportler meint sich die inneren Organe zerstören zu müssen, dann sage ich "Bitte schön!"

Erst, wenn dieses Problem gesamtgesellschaftlich angegangen wird, kann sich auch im Sport etwas ändern. In einer Gesellschaft, in der nur Leistung zählt, die schlussendlich aber auch nur auf dem Papier existent ist, sprich der Begriff der "Leistungsgesellschaft" eh nur eine Luftblase ist, kann man Sportler nicht an den Pranger stellen. Wer Viagra schluckt, um länger Sex haben zu können (ja, das Zeug wird auch von Leuten genommen, die gar keine sexuellen Probleme haben), sich dann aber echauffiert, wenn ein Sportler sich mit Präparaten Vorteile verschafft, sollte vielleicht mal über die Doppelzüngigkeit seiner Moralvorstellungen nachdenken.

von PWAustin316 - veröffentlicht in: Sport Allgemein - Community: Sport
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Samstag, 12. juli 2008

Manuel Beltrans heißt der Übletäter, der die moralischen Instanzen des Sports wieder aus ihren Löchern kriechen lässt. Ebenso empört sich aber auch wieder der geneigte Fan und schreit laut "Betrug!". Dazu gehört auch Franz-Josef Wagner, die wandelnde Wodkaflasche der Bild-Zeitung. Wolfgang Schäuble zieht uns das Grundgesetz aus der Tasche, eine Mitarbeiterin von Frau Merkel wechselt in die Wirtschaft, da sie sich als ihr entsprechender Vasall dies erarbeitet hat und nun Vollzeit dort anschaffen gehen darf, Roland Koch erzählt gerne etwas von moralisch fragwürdigen Entwicklungen in der Politik und Siemens entledigt sich mal wieder ein paar tausender Mitarbeiter, aber wenn ein Beltrans dopt ist das Betrug. Gute Nacht Deutschland!

Wen hat denn Beltrans oder all die Anderen, die dopen denn bitte betrogen? Wer ist denn bitte so naiv und glaubt an sauberen Sport? Heute boxt mal wieder Klitschko. Er hat vielleicht nicht gedopt. Das Ergebnis des Kampfes dürfte aber derzeit backstage verhandelt werden. Im Fußball wird es auch nach wie vor immer wieder Leute geben, die Ergebnisse manipulieren. Sport ist ein Teil unserer Gesellschaft. Ergo nicht moralischer, aber auch nicht düsterer, als wir alle selbst. Sport hat für mich aber insofern eine Sonderstellung, als dass dieser nicht mehr als eine athletische Unterhaltungsform ist. Sports-Entertainment wird offiziell zwar nur von World Wrestling Entertainment präsentiert, allerdings sehe ich jede Sportart in dieser Sparte tätig. Wenn meine Lilien zum zehnten Mal einen blinden Schiri zugeteilt bekommen, regt mich das auch auf. Schlussendlich weine ich dann aber nicht in mein Kissen. Die Aufregung hat sich nach dem Spiel erledigt, auch wenn ich weiß, dass so manche Entscheidungen von Schiedsrichtern durchaus aus nicht vorhandener Symphatie für bestimmte Vereine resultieren. Das ist dann eine Form von Manipulation. Shit happens! Das Leben geht weiter...

Fanmassen haben sich von der Tour de France abgewendet. Unglaublich! Selbst jemand der dopt, muss hart trainieren  und erreicht seine Erfolge nicht mit Leichtigkeit. Bei der Einnahme von bestimmten Substanzen muss sogar noch härter trainiert werden. Der Trainingseffekt ist dann lediglich größer. Das mag dann kein fairer Wettbewerb im Sinne von gleichen Voraussetzungen sein. Bayern München und der VfL Bochum haben diese allerdings auch nicht.

Mal ein Tipp an die Enttäuschten: Nur weil die Mami in der ödipalen Phase nicht mit euch geschlafen hat, sondern mit dem Papi, war das kein Betrug an euch. Werdet frei davon und schaut euch wieder an, wie erwachsene Männer in zu engen Hosen mit Fahrrädern Berge bezwingen, um anschließend wieder in das Tal (der Tränen?) zu radeln...

von PWAustin316 - veröffentlicht in: Sport Allgemein - Community: Sport
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Samstag, 19. april 2008

Jan Ullrich - die Ausgeburt des Bösen, ein Mann, der aus Satans Lenden entsprang, zumindest wenn man der schon sehr lange anhaltenden Debatte über Doping glauben schenken möchte. "Ulle", wie er zu Zeiten genannt wurde, als er noch erfolgreich war und gerne ignoriert wurde, dass solche Leistungen selbstverständlich nur durch die Einnahme leistungssteigernder Mittel erreichten werden konnte bzw. werden kann, erdreistete sich die sonst so saubere Sportwelt, in der fairer Wettbewerb das A und O ist, aus den Fugen zu bringen. So die Story aus Sicht von Phantasten und Märchenbuch-Autoren.

Faktisch gibt und gab es niemals einen gerechten Sport. Seit es Wettkämpfe gibt, werden auch leistungsfördernde Mittelchen eingeworfen, um sich einen Vorteil zu verschaffen bzw. noch bessere Leistungen abzurufen. Seit es Wettkampfsport gibt, gibt es aber auch unterschiedliche Voraussetzungen des Trainings oder unterschiedliche Budgets. So hat der MSV Duisburg nicht mal im Ansatz ein ähnliches Budget, wie der FC Bayern München. Sowas nennt man Wettkampf, der nicht nur auf dem Platz, sondern auf verschiedenen Ebenen stattfindet. Im Prinzip ist das auch jedem bekannt, allerdings gibt es gerne eine romantisierende Vorstellung von einem sauberen Sport, der damit völlig den gesellschaftlichen Tendenzen entgegenlaufen soll, was natürlich völlig unrealistisch ist, zumal die monetären Interessen im Profisport immer mehr in den Fokus rücken.

Interessant dabei ist aber, und das zeigt auch, dass es den Wenigsten, die sich da mit ihrer Kindergartenmoral äußern, um die Gesundheit der Sportler geht, dass ein unrealistischer Muskelzuwachs eines Schauspielers innerhalb von 4 Wochen für eine bestimmte Rolle akzeptiert wird. Darüber hinaus leben wir in einer Gesellschaft, die durch und durch von Süchten zerfressen ist. Manager, Politiker, Menschen aus dem Showbusinness torkeln wöchentlich über Koks-Events, um im Alltag noch irgendwie ohne Suizid auszukommen, auch wenn Drogenkonsum sicherlich ein selbstzerstörerischer Akt per se ist und viele "kleine" Leute pushen sich mit Amphetaminen, Koffein oder sonst etwas, um ihre Leistung aufrecht erhalten zu können. Von den zig Amateursportlern, die sich mit leistungsfördernden Substanzen zuwerfen, mal ganz zu schweigen.

Wir leben ergo in einer Leistungsgesellschaft, die dem Menschen permanent abverlangt auf der Höhe des Geschehens zu sein. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Krankheit am Arbeitsplatz mit Krankheitsrückehrer-Gesprächen quittiert wird, die in der Regel einem Verhör gleichen und als Druckmittel eingesetzt werden, damit der Arbeitnehmer möglichst nie krank ist. Wir leben also in einer Gesellschaft, wo ein Mensch nicht mehr an seine Grenzen kommen muss, sondern diese stetig überschreiten sollte. Leider Gottes mischen die meisten Menschen nach dem Motto "Das ist halt heute so" mit und erhalten damit krankmachende und zerstörerische Strukturen. Solange dies tagtäglich geschieht, entbehrt eine Debatte über Doping im Sport jedweder Grundlage, da die Menschen, die diesen Sport ausführen in der selben Gesellschaft wie wir leben und nicht in einer heilen Parallelwelt, wie sich das viele Menschen wünschen.

von PWAustin316 - veröffentlicht in: Sport Allgemein - Community: Sport
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  • lilienfan316
  • : männlich
  • : Darmstadt
  • : Ich bin 26 Jahre alt, gebürtig und lebend in Südhessen. Dieses Projekt dient der Verarbeitung des ganzen Fiaskos, das hierzulande abläuft, mit der Hoffnung damit Menschen zum Nachdenken zu bringen.

Über diesen Blog

  • : Larger than Life
  • : In meinem Blog widme ich mich zum einem sportlichen Themen. Wrestling und Fußball werden dabei im Zentrum stehen. Ebenso behandle ich aber auch gesellschaftliche Themen. Von Politik, die uns "kleinen Leute" quält und unsagbar dumm und berechnend ist, über Quotennutten, die unser Fernsehprogramm verseuchen, bis hin zu Kinofilmen oder Büchern, wird jedes für mich relevante Thema behandelt werden. Warum "Larger than Life"? Es ist eine Referenz an den König des Sports, das Professional […]

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