Sonntag, 14. juni 2009 7 14 /06 /2009 13:30

Ultimate Fighting Championship feierte gestern seine erste Show in Deutschland. Der mittlerweile 99. PPV der Promotion fand auf deutschem Boden in der Lanxess Arena zu Köln statt. Wie schon zum Start der Promotion in den USA am 12. November 1993 Diskussionen über die vermeintliche Brutalität von Mixed Martial Arts ausbrachen, so findet diese Diskussion auch in regelmäßigen Intervallen hierzulande statt. Diesmal in einer Art und Weise, die allerdings in ihrer „Qualität“ und Quantität durchaus neu war.

Doch was ist der Hintergrund dieser Sportart? Die Promotion startete mit der Idee in einem sportlichen Wettkampf zu testen, was denn DIE Kampfsportart schlechthin sei. Es sollten sich also Judoka mit Ringern, Boxer mit Kickboxern, Pro-Wrestler mit Karate-Kämpfern etc. messen. In den 70er Jahren fand ein solcher Wettkampf schonmal in Japan statt. Antonio Inoki, japanische Wrestling-Legende, traf auf den Boxer Muhammad Ali, der im Vorfeld sogar einige Wrestling-Matches bestritt.

Mittlerweile ist UFC im Mainstream der USA angekommen. MMA hat einen ähnlichen Status in Japan. UFC hat die Promotion World Wrestling Entertainment, aber auch den Boxsport mittlerweile hinter sich gelassen und ist die In-Sportart in den Staaten. In Japan hat MMA ebenso das Pro-Wrestling überholt. Der bedeutendste Wrestling- und MMA Journalist Dave Meltzer bezeichnet MMA bereits als neue Form des Professional Wrestling. Die Ähnlichkeiten sind, was den Aufbau einer Großveranstaltung, das Erzählen einer Geschichte, der Vermarktung und Ähnlichem, nicht von der Hand zu weisen. Bekannte Pro-Wrestler wie Brock Lesnar haben auch sehr erfolgreich den Turn zum Mixed Martial Arts hinbekommen. Ken Shamrock, einer der Pioniere des MMA, war nach einer sehr erfolgreichen Zeit bei UFC, sowohl als Pro-Wrestler in den USA, als auch in Japan tätig. In den letzten Jahren ist er verstärkt zu seinen Wurzeln als Kampfsportler zurückgekehrt

Die Einwände von Jugendschützern, Teilen der Mainstream-Medien und Politikern, dass UFC gewaltverherrlichend sei, zeugen von großem Unwissen. Wie auch im Boxen oder im Wrestling (das möchte ich hier, auch wenn bekannt ist, dass die Ergebnisse vorher feststehen, trotzdem nennen) gibt es brutalere Kämpfe und weniger brutale Kämpfe; es gibt Kämpfe, die die sportlich und ästhetische Kunstform dieser Stilrichtungen unterstreichen und Matches, die dies weniger tun. Alle Auseinandersetzungen basieren aber nicht auf Hass, sondern auf einen sportlichen Wettkampf, der Regeln unterliegt.  Einwände von bspw. Werner Schneyder, der lautstark auf die Gefährlichkeit von MMA hinweist zeigt, wie die Box-Lobby in Deutschland ihre Felle davon schwimmen sieht.

Um aber den Bogen zum Titel dieses Artikels zu schlagen: Die Medien haben sich mit UFC im vermeintlichen Sommerloch mal wieder ein Opfer gesucht, dass sich ohne die Anwendung von Fakten einfach schaffen lässt. Bei der Kampfhunde-Diskussion, der Kriminalisierung von Arbeitslosen, der Hetze über die Links-Partei und zahlreichen anderen Beispielen, funktioniert dies immer wieder hervorragend und wirkungsvoll. Glücklicherweise stehen hinter UFC Verantwortliche, die sich nicht zum Opfer stilisieren lassen, sondern stilvoll „zurückschlagen“, in dem sie ihren Sport für sich sprechen lassen.

 

 

von PWAustin316 - veröffentlicht in: Mixed Martial Arts - Community: Sport
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