Alleine schon, damit ich von diesen heuchlerischen Debatten verschont bleibe. Es ist doch klar, und wer anderes glaubt ist grenzenlos naiv, dass jeder Top-Athlet bei den olympischen Spielen
gedopt ist. Ihnen wird zugejubelt, obwohl Doping in großem Maße verurteilt wird. Wenn dann ein Athlet dann aber überführt wird, will ihn im nachhinein wieder niemand gefeiert haben und man hat es
ja eh schon geahnt.
Die Bekämpfung von Doping ist ein sinnfreier Akt, der nur Geld verschleudert. Zumal auch heuchlerisch in einer Gesellschaft, in der Leistung am meisten zählt und sich Manager, Promis, Künstler
etc. die Rübe wegkoksen, der Karl-Heinz mit 45 schon zu Viagra greift, um im Swinger-Klub stundenlang mit Uschi, Muschi und Udo rumvögeln zu können oder Oberschichtenmuttis ihre Kinder mit
Ritalin vollstopfen. Es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das nicht angegangen wird. Dafür wird der Sport dann aber mal wieder in Geiselhaft genommen, was mehr als ekelhaft ist.
Durch die Freigabe von Doping, das sowieso konsumiert wird, gräbt man den Dealern aus Osteuropa den Markt ab und gesteht endlich ein, dass es keinen sauberen Sport gibt, gab und geben wird.
Natürlich bringt Doping Langzeitschäden mit sich. Wenn aber ein 25jähriger Sportler meint sich die inneren Organe zerstören zu müssen, dann sage ich "Bitte schön!"
Erst, wenn dieses Problem gesamtgesellschaftlich angegangen wird, kann sich auch im Sport etwas ändern. In einer Gesellschaft, in der nur Leistung zählt, die schlussendlich aber auch nur auf dem
Papier existent ist, sprich der Begriff der "Leistungsgesellschaft" eh nur eine Luftblase ist, kann man Sportler nicht an den Pranger stellen. Wer Viagra schluckt, um länger Sex haben zu können
(ja, das Zeug wird auch von Leuten genommen, die gar keine sexuellen Probleme haben), sich dann aber echauffiert, wenn ein Sportler sich mit Präparaten Vorteile verschafft, sollte vielleicht mal
über die Doppelzüngigkeit seiner Moralvorstellungen nachdenken.
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