Samstag, 6. februar 2010
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19:12
Wie dem Online-Portal der Welt zu entnehmen ist, hat eine Zahnärztin einem 16jährigen eine notwendige Behandlung verweigert, da sein Vorname Cihad sei. Das Wort
Dschihad ist seit dem 11.09.2001 als Synonym für den heiligen Krieg bekannt. Dass es eigentlich oder auch "Bemühen um Religion" oder "Bemühen um das Gute" heißt, wird gerne verschleiert. Ich
möchte das Verhalten der Zahnärztin, die schlussendlich auch nur ein Rädchen in einem Prozess ist, der vor allen von den Medien und Meinungsmachern, wie Broder oder Giordano vorangetrieben wird,
nicht weiter bewerten. Es macht nur deutlich, wie Moslems hierzulande mit bewussten Lügen, Populismus, Klischees und einer unglaublich großen Portion Dummheit, diskreditiert werden. Wie die taz
vor kurzem verdeutlichte arbeiten bspw. Leute wie Broder oder Andere nicht mit Empirie, sondern rein ihrem subjektivem Empfinden, was legitim sein mag (Stichwort Meinungsfreiheit), aber nichts
anderes als emotionalisiertes blabla ist. Vor allem ist diese Hetze ja nichts Neues. In meiner Kindheit sind einige Mütter von Freunden (mit denen meine Eltern glücklicherweise nichts zu tun
hatten) gerne über die "Kopftuchgeschwader" verbal hergefallen. Neu ist seit dem 11.09.2001, dass diese Hetze gesellschaftsfähig geworden ist und von großen Teilen des Mainstreams mitgetragen
wird. Ein einfaches Minarett stößt schon auf größte Widerstände. Nicht nur in der Schweiz, sondern jetzt auch aktuell in Deutschland. Im Saarland ist dies bspw. gerade der Fall. Da zeigen dann
biedere Bürger ihr wahres, sehr braunes, Gesicht. Die Argumente, dass in Herkunftsländern von Muslimen Einiges nicht möglich sei, was hierzulande möglich ist, gehören zu einer schlechten
Argumentationsführung. Es ist nämlich ganz einfach: Wir leben in einem Land, das zumindest auf dem Papier die Freiheit des Individuums garantiert. Entsprechend sollte das vielleicht restriktivere
Vorgehen anderer Länder kein Maßstab für uns sein. Unser Maßstab sollte das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland darstellen.
Im Übrigen: Im 19. Jahrhundert gab es Proteste beim Bau von Synagogen, was deutlich macht, dass bestimmte historische Vorgänge seit dieser Zeit keinen Lerneffekt mit sich gebracht haben. Dass es Fundamentalisten gibt, ist unbestritten. Diese sind, wie in jeder Religion, vorhanden, aber auch nur eine kleine Minderheit, aus deren Vorgehen man nicht auf die Masse schließen kann und darf. Es ist momentan aber populär und salonfähig hinter jeder Eheschließung von Moslems Zwang zu vermuten bzw. bei verschleierten Frauen gleich von Unterdrückung zu sprechen. Im Einzelfall mag dies vorliegen, bei der Masse sicherlich nicht. Zu verallgemeinern, nicht hinter die Fassade zu schauen und ein Feindbild aufzubauen, ist sehr einfach. Gut, was will man von einfachen Bürgern, einfachen Politikern und einfachen Meinungsmachern auch sonst erwarten...
Im Übrigen: Im 19. Jahrhundert gab es Proteste beim Bau von Synagogen, was deutlich macht, dass bestimmte historische Vorgänge seit dieser Zeit keinen Lerneffekt mit sich gebracht haben. Dass es Fundamentalisten gibt, ist unbestritten. Diese sind, wie in jeder Religion, vorhanden, aber auch nur eine kleine Minderheit, aus deren Vorgehen man nicht auf die Masse schließen kann und darf. Es ist momentan aber populär und salonfähig hinter jeder Eheschließung von Moslems Zwang zu vermuten bzw. bei verschleierten Frauen gleich von Unterdrückung zu sprechen. Im Einzelfall mag dies vorliegen, bei der Masse sicherlich nicht. Zu verallgemeinern, nicht hinter die Fassade zu schauen und ein Feindbild aufzubauen, ist sehr einfach. Gut, was will man von einfachen Bürgern, einfachen Politikern und einfachen Meinungsmachern auch sonst erwarten...
von PWAustin316
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veröffentlicht in: Politik und Gesellschaft
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Community: Alltagswahnsinn
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